Rechengrößen für die betriebliche Altersversorgung

Mit Wirkung zum 1.1.2020 wurden die maßgebenden Rechengrößen der Sozialversicherung angepasst. Die Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung ist von jährlich 80.400 Euro auf jährlich 82.800 Euro (alte Bundesländer) bzw. von jährlich 73.800 Euro auf jährlich 77.400 Euro (neue Bundesländer) erhöht worden. Die Bezugsgröße gemäß § 18 SGB IV ist von monatlich 3.115 Euro auf monatlich 3.185 Euro (alte Bundesländer) bzw. von monatlich 2.870 Euro auf monatlich 3.010 Euro (neue Bundesländer) angehoben worden. Die Anpassungen haben Auswirkungen auf die für die betriebliche Altersversorgung maßgeblichen Rechengrößen, z.B. bezüglich der Steuerfreiheit von Beiträgen an einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder für eine Direktversicherung gemäß § 3 Nr. 63 EStG, bezüglich der Abfindbarkeit von unverfallbaren Versorgungsanwartschaften bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses, bezüglich der Freigrenze und dem Freibetrag gemäß § 226 Abs. 2 SGB V sowie bezüglich der Zulässigkeit der externen Teilung von Anrechten im Rahmen des Versorgungsausgleichs.

In der nachstehenden Tabelle sind die wichtigsten Rechengrößen für die betriebliche Altersversorgung aufgeführt.

Obergrenze des Anspruchs auf Entgeltumwandlung gemäß § 1a Abs. 1 Satz 1 BetrAVG
- jährlich
3.312 Euro
- monatlich
276 Euro
Mindestumwandlungsbetrag gemäß § 1a Abs. 1 Satz 4 BetrAVG
- jährlich
238,87 Euro
- monatlich
19,90 Euro
Steuerfreiheit der Beiträge an einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder für eine Direktversicherung gemäß § 3 Nr. 63 EStG (abzuziehen hiervon sind etwaige Beiträge für eine pauschalbesteuerte Direktversicherung oder einen pauschal besteuerten Pensionskassenvertrag gemäß § 40b EStG in der bis zum 31.12.2004 geltenden Fassung)
- jährlich
6.624 Euro
- monatlich
552 Euro
Sozialversicherungsfreiheit der Beiträge an einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder für eine Direktversicherung gemäß § 3 Nr. 63 EStG (§ 1 Abs. 1 Nr. 9 SvEV)
- jährlich
3.312 Euro
- monatlich
276 Euro
Bagatellgrenze für die Abfindung von unverfallbaren Anwartschaften bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses gemäß § 3 Abs. 2 BetrAVG
- Alte Bundesländer
˖ laufende Leistungen
31,85 Euro
˖ Kapitalleistungen
3.822 Euro
- Neue Bundesländer
˖ laufende Leistungen
30,10 Euro
˖ Kapitalleistungen
3.612 Euro
Grenzbetrag für den Anspruch auf Übertragung des Übertragungswertes gemäß § 4 Abs. 3 Nr. 2 BetrAVG82.800 Euro
Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Kranken- und
Pflegeversicherung
- jährlich
56.250 Euro
- monatlich
4.687,50 Euro
Freigrenze zur Beitragspflicht in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung gemäß § 226 Abs. 2 S. 1 SGB V und Freibetrag für gesetzliche Krankenversicherungsbeiträge gemäß § 226 Abs. 2 S. 2 SGB V159,25 Euro
Höchstfreibetrag gemäß § 82 Abs. 4 Hs. 2 SGB XII bei der
Anrechnung einer Betriebsrente auf die Grundsicherung (50% der
Regelbedarfsstufe 1 nach der Anlage zu § 28 SGB XII)
216 Euro
Verbraucherpreisindex für Deutschland (Jahreswert 2019)105,3
- Anstieg seit 2018 (103,8)
1,45%
- Anstieg seit 2016 (100,5)
4,78%
Promillesatz für Beiträge an den Pensions-Sicherungs-Verein (2020)4,2‰
Höchstgrenzen für die vom Pensionssicherungsverein einzustehenden Leistungen (§ 7 Abs. 3 BetrAVG)
- Alte Bundesländer
˖ monatliche Rente
9.555 Euro
˖ einmalige Kapitalleistung
1.146.600 Euro
- Neue Bundesländer
˖ monatliche Rente
9.030 Euro
˖ einmalige Kapitalleistung
1.083.600 Euro
Grenzen für pauschal besteuerte Direktversicherungen/Pensionskassenverträge gemäß § 40b EStG i.d.F. vom 31.12.2004
- jährlicher Höchstbetrag pro Arbeitnehmer
1.752 Euro
- jährlicher Höchstbetrag pro Arbeitnehmer bei Durchschnittsberechnung
2.148 Euro
Maximales Sterbegeld
für Personen, die nicht unter engen Hinterbliebenenbegriff fallen (Höchstbetrag für die gewöhnlichen Beerdigungskosten im Sinne von § 150 VVG)8.000 Euro
bei Unterstützungskassenversorgungen gemäß § 2 Abs. 1 KStDV7.669 Euro

Stand 01.01.2020

Jan Zülch, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Spezialist für betriebliche Altersversorgung, Hamburg, Lüneburg